Meist nützen Unternehmen LinkedIn um Reichweite und Markenaufbau zu fördern. Besonders für B2B Unternehmen ist es daher von großem Interesse, dass die eigenen Posts möglichst viele Nutzer auf LinkedIn sehen.

Aber auch für einzelne Personen kann es wichtig werden, möglichst viel Reichweite und einen guten Ruf als Experte in der eigenen Branche zu besitzen. Beispielsweise wenn man sich beruflich verändern möchte.

Generell gibt es gute, bessere und schlechte Zeitpunkte um mit einem LinkedIn Post möglichst viele Personen zu erreichen. Diese Zeitpunkte sind abhängig von der Zeitzone, in der die Zielgruppe lebt, der Branche und der Qualität deines Posts / LinkedIn Profils.

Wie finde ich den besten Zeitpunkt?

Um den besten Zeitpunkt für das eigene Profil oder die Unternehmensseite zu finden, ist es wichtig, sich ein wenig mit der Zielgruppe der Beiträge auseinanderzusetzen.

In den meisten Fällen wird LinkedIn im professonellen, also beruflichen Kontext genützt. Wir wollen mit unseren Beiträgen Reichweite und Markenbekanntheit fördern. (Auch du als Person bist deine eigene Marke!)

Du solltest dir zu Beginn erst einmal Gedanken machen wie deine Zielgruppe aussieht:
– In welcher Zeitzone leben diese Personen?
– Welche Tagesabläufe gibt es, bedingt durch den Arbeitsalltag in der Branche?
– Warum nützen diese Personen LinkedIn?

Zahlreiche Studien und Statistiken zeigen, dass die Mehrheit der Nutzer tagsüber während der klassischen Bürozeiten auf LinkedIn aktiv sind.

Bilde persönliche Erfahrungswerte

Poste in einer Woche täglich zur selben Uhrzeit einen Beitrag. Schreibe mit, wann du veröffentlichst (Wochentag und Uhrzeit) und notiere dir 24h später wie viele Likes und Kommentare der Post hat. 2-5 Posts pro Woche solltest du bei diesem Experiment veröffentlichen.

Anmerkung: Achte hier auf die Faktoren, die den LinkedIn Algorithmus beeinflussen – ich habe sie dir weiter unten in diesem Beitrag zusammengefasst.

Nach einer Woche änderst du den Zeitpunkt um je eine Stunde und vergleichst danach die Werte der einzelnen Posts.

Nach einiger Zeit wirst du gute, bessere und schlechte Zeitpunkte in deiner Branche erkennen können.

Wann ist die beste Zeit um auf LinkedIn zu posten?

Nütze LinkedIn Analytics

Wenn du einen Premium Account besitzt oder eine Unternehmensseite verwaltest, kannst du über die Daten aus LinkedIn Analytics herauslesen, wann deine Zielgruppe gerne online ist. Um hier verlässliche Daten zu erhalten, solltest du jedoch schon einige Beiträge veröffentlicht haben.

Der Zeitpunkt ist branchenabhängig

Jede Branche hat ihre individuellen Zeiten, da jeder Beruf einen anderen Tagesablauf hat.
Während in der Technologie-Branche die Nutzer gerne gleich in der Früh lesen (ähnlich dem Lesen der Tageszeitung), sind Nutzer aus dem Gesundheitsbereich eher mittags online.

Social Media Management Studien bestätigen meine persönliche Erfahrung: Freitag, Samstag und Sonntag sind besonders schlechte Tage für LinkedIn Posts. Montag ist etwas besser aber ebenfalls nicht der optimalste Tag. Den besten Erfolg hatten meine Beiträge, wenn sie Dienstag bis Donnerstag zwischen 8 und 11 Uhr vormittags veröffentlicht wurden.

Damit ich auch immer dieses optimale Zeitfenster treffe, nütze ich das Planungstool Later.com (https://later.com/r/5c6f8c) – hier kann ich auch für meine anderen Social Media Plattformen Beiträge vorausplanen!

LinkedIn Algorithmus

Im Vergleich zu anderen Sozialen Medien hat LinkedIn eine deutlich längere Lebensdauer der Posts. Ich selbst erhalte immer wieder Likes und Kommentare auf Posts, die schon mehrere Wochen oder Monate zurück liegen.

LinkedIn ist somit eine Plattform, auf der es auch Evergreen Content geben kann: der Zeitpunkt alleine ist wichtig, aber nicht das alleinig ausschlaggebende Kriterium für die Reichweite eines Posts.

Faktoren des Algorithmus

Was sind also die einzelnen Faktoren, die über den Erfolg oder Misserfolg eines Beitrags entscheiden? Genau lässt sich LinkedIn hier nicht in die Karten schauen, aber empirische Versuche und Studien geben uns wertvolle Hinweise.

Qualität des Inhalts

LinkedIn hat einen strikten Spam-Filter, der im ersten Schritt prüft ob ein Post die Anzeige im Feed anderer Nutzer auch verdient. Nach dem Veröffentlichen eines Posts siehst du selbst diesen zwar in deinem eigenen Feed – das heißt aber noch lange nicht, dass er auch an andere Nutzer ausgespielt wird.

Damit du diese Hürde im Algorithmus schaffst, muss dein Post Mehrwert liefern. Das kann beispielsweise eine Best Practice Anleitung sein oder ein Tipp für die Nutzung eines Produkts, etc. Ausschließlich Ankündigungen zu Events, Rabattaktionen, etc. zu posten wird deinen Beitrag recht schnell in die SPAM-Schublade bringen, die Reichweite bleibt in diesem Fall gering. Zeige dich als Experte in deiner Branche indem du Wissen und Erfahrungen teilst.

Mein Tipp: Versetze dich beim Erstellen eines Beitrags immer in die Lage eines Lesers und frage dich: “Was ist da für mich drin?” Eine Zeitung die nur aus dünnen Artikeln und billigen Werbeanzeigen besteht, wirst du vermutlich auch nicht um teures Geld kaufen.

Guter Inhalt wird vorerst im Feed der Personen, die häufig mit deinen Beiträgen interagieren oder dir erst eine kurze Zeit folgen bzw. mit dir erst kurz vernetzt sind angezeigt. Der der Zeitpunkt, wann diese Nutzer auf der Plattform online sind ist für die nächste Stufe wichtig.

Profil und Netzwerk

Jetzt trifft der Algorithmus eine Einschätzung darüber, wie spammy deine Beiträge auf dein Netzwerk wirken. Scrollen sie nur drüber oder wird auch gelesen?

Hier wird auch deine Interaktion mit anderen Profilen bewertet, also ob du andere Beiträge kommentierst (und so eine kleine Unterhaltung anstößt) oder ein Like hinterlässt und wie Nutzer generell mit deinen Beiträge interagieren.

Interaktionen

Anhand der Informationen der ersten Nutzergruppe (neue & aktive Follower / Kontakte) wird gemessen, wie hoch die Interaktionsrate deines Beitrages ist.

Ist sie hoch, wird der Beitrag auch weiteren Personen angezeigt, beispielsweise allen Personen die mit dir vernetzt sind, aber auch Personen die den Hashtags folgen die du in deinem Post verwendet hast.

Ist die Interaktionsrate gering, dann bleibt dein Post für weitere Nutzer unsichtbar. Der Post ist ein Flop.

manuelle Überprüfung

Im Gegensatz zu anderen sozialen Medien werden besonders erfolgreiche Posts zusätzlich noch von Personen überprüft. Deren Einschätzungen werden dann an den Algorithmus weitergegeben, so lernt dieser immer wieder neu dazu.

Hashtags

Auch auf LinkedIn kann man Hashtags verwenden, die deinen Post noch zusätzlich über diese Themensammlungen auffindbar machen. Hier solltest du auch darauf achten, nicht zu spammy zu wirken: 3-5 zum Thema des Posts passende Hashtags sind völlig ausreichend.